Saint-Vaast-la-Hougue und Cherbourg
Saint-Vaast-la-Hugue wird eine Neuigkeit für uns. In den Hafen kommt man nur, wenn die Tide genügend Wasser bereit stellt. Auf der Seekarte fährt man über trocken fallendes Land. Das Hafenbecken liegt hinter einem Tor durch das das Wasser bei Ebbe im Becken gehalten wird. Dieses Tor wird ungefäh bei mittlerer Tide geschlossen und geöffnet. Wir stehen also mal wieder früh auf um zur Zeit dort zu sein. Um 04:35 verlassen wir den Hafen von Le Havre. Kurz nach Mittag machen wir in Saint-Vaast fest.
Saint-Vaast ist ein malerisches Fischerstädtchen. Ausserdem gibt es viele Austernbänke. Die Austern aus Saint-Vaast scheinen weit herum berühmt zu sein. Ansonsten scheint der Ort vom Tourismus zu leben. Es gibt viele kleine Restaurants, die aber an diesem Montag fast alle geschlossen sind. Und es gibt einen Amphibien-Bus/Schiff, der Besucher auf die vorgelagerte Ile de Tatihou bringt. Bei Ebben kann man auch zu Fuss auf die Insel. Wir machen diesen Ausflug aber nicht, sondern spazieren zu den Austernbänken.
Am nächsten Tag nehmen wir das letzte Stück nach Cherbourg in Angriff. Das führt um das Kap von Barfleur wo die Tidenströme ziemlich stark sind. Um mit dem Strom unterwegs zu sein, legen wir erst um 15:20 ab. Es hat wenig Wind, knapp 3 Bf. und der kommt auch noch von vorne (wie fast immer seit wir unterwegs sind). Aber da wir etwas zu früh dran sind, der Strom in unsere Richtung kommt erst etwas später, setzen wir die Segel und kreuzen auf. Es läuft gar nicht so schlecht und wir bleiben beim Segeln. Nach einer Weile hilft uns der Tidenstrom - das heisst, der Tidenstrom übernimmt eigentlich den grössten Teil der Arbeit. Er schiebt uns wohl mit ca. 4 Knoten voran und das Segeln bringt auch 3 bis 4 Knoten. Die Wendewinkel sehen auf dem Plotter genial aus. Um 20:30 treffen wir in Cherbourg ein. Hier warten wir auf zwei zusätzliche Crewmitglieder, die mit uns über die Biskaya segeln werden.