Dieppe und Le Havre
Recht spät kommen wir in Dieppe an. Im Hafen gibt es einen grossen Tidenhub, also beim Verlassen des Stegs mal wieder bei Ebbe hochklettern und bei Flut einigermassen geradeaus. Der Hafen und die Stadt sind hübsch aber auch touristisch. Der Hafenmole entlang gibt es viele gute Restaurants. Wir essen Austern und Crevetten. Gegenüber liegen viele Fischkutter.
Nach Dieppe geht es weiter Richtung Westen. Wir wollten eigentlich nach Ouistreham was eine ordentliche Strecke gewesen wäre. In den Hafen von Ouistreham gelangt man durch eine Schleuse, die nur wenige Male am Tag öffnet. Am Anfang hat es keinen Wind aber später können wir schön segeln. Am Nachmittag meldet sich der meteorologische Dienst andauernd. Da schalten wir dann doch auch mal auf den Kanal, in dem die Meldungen durchgegeben werden, und da hören wir, dass es am Abend sehr heftige Gewitter geben soll. Wir ändern unsere Pläne und laufen Le Havre an, das etwas weniger weit entfenrt ist. Und das war gut so. So gegen neun Uhr abends blitzte es ziemlich nahe und es stürmte und windete wie wir es noch nicht so oft erlebt hatten. In dem gut geschützten Hafen blieb alles heil aber draussen auf dem Meer oder in der weniger geschützen Einfahrt von Ouistreham wäre das eine üble Sache gewesen.
Le Havre ist dann wieder eine richtige Stadt. 1944 wurde sie völlig weggebombt. 1946 wurde mit damals sehr moderner Architektur wieder eine neue Stadt aufgebaut. Die Häuserblöcke sind aus Beton. Zuerst scheinen sie nur hässlich aber wenn man sich ein wenig in der Stadt bewegt hat und das sommerliche Leben darin gesehen hat, versteht man die Idee dahinter. Ich denke, man hat mit den Mitteln und der wenigen Zeit, die wohl zur Verfügung stand, eine lebenswerte Stadt gebaut.