, Sedleger Hansjörg

Klaipeda

Die Crew ist mit der Fähre nach Kiel abgereist und ich habe Zeit, Klaipeda zu erkunden.

Wir liegen im Old Castle Harbour. Gegenüber dem Liegeplatz sieht man die Reste eines der Wälle der Memelburg (Memel ist der frühere Name von Klaipeda). Das Hafenbecken ist offenbar ein Teil des Burggrabens. Von der Burg sieht man heute nichts mehr. Sie wurde im 19. Jahrhundert abgetragen.

Über die Zufahrt zum Hafen aus dem kleine Fluss Dane führt eine Drehbrücke, die 1855 erbaut wurde. Der Drehmechanismus funktioniert noch heute. Jede volle Stunde öffnen zwei Mitarbeiter der Marina die Brücke mit Muskelkraft. Von der Marina aus sieht man den modernen Hafen und Werftgebäude von vor den Weltkriegen. Auf der anderen Seite der Marina geht’s zur Altstadt.

Bis zu den Weltkriegen gehörte Memel zu Ostpreussen. Nach dem ersten Weltkrieg war es unter französischer Mandatsverwaltung und nach dem zweiten Weltkrieg fiel es endgültig an Litauen bzw. an die UdSSR.

In der Stadt sieht man breite Strassen mit schönen Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert, es gibt alte Fachwerkhäuser und umfunktionierte Speichergebäude aus Backstein. Es gibt aber auch viele Gebäude, die schon längst mal wieder frisch gemalt werden müssen oder die schon am zerfallen sind und es gibt nüchterne Architektur aus der Sowjetzeit. Man sieht nicht wenige teure Autos, viele Porsches, Audis, Mercedes, man sieht aber auch Leute, die Papierkörbe nach Verwertbarem durchsuchen, aber keine Bettler.

Entlang dem Ufer der Dane gibt es schöne Restaurants in denen sich Touristen und Einheimische etwas Ruhe gönnen.

Die Stadt ist sehr lebendig. Es hat junge und ältere Einwohner und auch viele Touristen, es gibt viele Restaurants, Parkanlagen und überall Bänke und Sitzgelegenheiten.